Cluburlaub im 21.Jahrhundert
Ein Club kann vieles sein, ein Ort zum Debattieren, ein britischer Club für Wohlbetuchte oder hochgebildete Gesellschaftsschichten, ein Nachtclub oder ein Club zum Tanzen. In vielen Bevölkerungsschichten denkt man beim Thema Club in erster Linie allerdings an Cluburlaub, das heißt Urlaub in einer großen Hotel- oder Appartementanlage mit erweitertem Service, wie Allinklusive beim Essen und Trinken, und zudem Unterhaltungs- und Animationsprogramm für Groß und Klein.
Cluburlaub ist oft Sommerurlaub, was nicht verwundert, wurde doch der erste Club bereits Anfang der fünfziger Jahre in Spanien eröffnet. In diesem Club Méditerranée (heute: Club Med) auf Mallorca schliefen die Gäste zwar noch in Zelten, aber der Allinklusive-Gedanke war bereits umgesetzt worden. Parallel zum wachsenden Wohlstand nahm nach dem Zweiten Weltkrieg auch das Interesse am Thema Urlaub zu, vom Campingurlaub in Italien oder Frankreich, über Ferienhausurlaub in Skandinavien, Pauschalurlaub in Spanien, aber auch, für alle, die es sich leisten konnten, Urlaub im Club Méditerranée.
Erstaunlicherweise dauerte es bis in die siebziger Jahre bevor andere Reiseveranstalter beim Thema Cluburlaub nachzogen, in Deutschland wurde es als frankophile Urlaubsform angesehen, die auf dem deutschen Markt nicht angenommen werden würde: Was für ein Irrtum. Vielleicht waren es Bedenken, dass deutsche Urlauber jeden Abend – oder den ganzen Tag lang – große Menge Alkohol in sich hinein schütten würden und die Büfetts maßlos plündern würden und der Veranstalter so keinen Gewinn machen würde, was für kleinkariertes Denken bei den deutschen Verantwortlichen. Kleinkariert, weil in diesen vergangenen Jahrzehnten Cluburlaub doch reicht teuer war und diejenigen, die sich so einen Urlaub leisten konnten, schon damals auf ihre Gesundheit achteten und eher an Relaxen und Sport interessiert waren. Sport ist ein wichtiger Faktor bei diesem Marktsegment. Zwar werden viele Sportartenarten kostenlos angeboten, aber je nach Club können kostenpflichtige Sportarten hinzukommen, zum Beispiel Hochseeangeln oder Reiten. Auch Spa und Wellness können kostenpflichtig sein, man bedenke, das Sortiment heutzutage ist breit, viele Anbieter tummeln sich auf dem Markt und die Reisebedingungen können sich von Saison zu Saison ändern.
Auch in exklusiven a-la-carte Restaurants können Zusatzkosten für das Essen und Weine, die man sich nach der Weinkarte aussucht, entstehen und wer sich mit Kleidung oder Souvenirs in der Hotelboutique eindeckt, der kann ebenso wenig damit rechnen, dass dies gratis ist. Ein weiterer Kostenfaktor sind Ausflüge, aber, um das Ganze Thema Zusatzkosten endlich abzuschließen, nur weil man im Urlaub ist, sollte man sein Gehirn nicht ausschalten, sondern gesunden Menschenverstand walten lassen.
Wer Cluburlaub bucht, der sollte sich im Vorfeld informieren, welche Sprachen dort gesprochen werden und welche Nationalität die Gäste in der Regel haben. Was nutzt einem ein günstiges Angebot, wenn die Gäste aus Russland kommen und das Servicepersonal türkisch, russisch und nur wenige Brocken deutsch oder englisch spricht. Außerdem ist es hilfreich, sich die Meinungen von Urlaubern in Internet-Bewertungsportalen anzuschauen. Es sollten allerdings schon mindestens zehn Bewertungen abgegeben worden sein, damit das Ganze aussagekräftig ist. Experten halten positive Aussagen über den Service für besonders hilfreich, weil das ein Hinweis auf ein gutes Betriebsklima sein kann.
Das in einer Clubanlage im 21. Jahrhundert das Inventar regelmäßig ausgetauscht und Zimmer und die übrigen Räume im Resort renoviert werden müssen, das sollte selbstverständlich sein, auch wenn sich in einem Leserkommentar eines Bewertungsportals jemand ganz besonders über einen Flachbildschirm auf seinem Zimmer freut. Nett, netter ist es aber, wenn im Hotel kostenloses Wireless-LAN zur Verfügung steht, alles andere empfinden die meisten Gäste als Abzocke, schon im Hinblick auf die vergleichsweise geringen Kosten, die dieser Service verursacht.
Cluburlaub kann man heutzutage fast in der ganzen Welt machen, nur in reinen Sightseeing-Destinationen, zum Beispiel China werden nur wenige Europäer Cluburlaub machen wollen, ebenso in Städten wie Paris, Rom, Berlin oder New York, schließlich will man die Stadt kennen lernen und auch dort Essen und Ausgehen.
Die bekanntesten Clubs in Deutschland sind Club Med (früher Club Méditerranée), Robinson Club, Aldiana, Club Alltoura, Holiday Club, 1-2-Fly-Fun-Clubs und Magic Life, hinzu kommt Cluburlaub auf Kreuzfahrtschiffen.
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